Wandertour: Jenaer Kernberge Saalehorizontale // Kunitzburg – Golsmdorf – Gleisberg – Wogau – Fuchsturm – Hummelsberg – Lobdeburg (02.10.2026-04.10.2026)

Es ist viel zu warm und zu trocken für die Herbstzeit und das schon seit Wochen. Und so starten wir zwar bei Nebel und Wolken, jedoch mit Tageshöchstwerten von über 20 Grad ins Wochenende. Unsere Tour startet am Bahnhof Jena Zwätzen wo Erik mit reichlich Verspätung am Freitagabend ankommt – der Anschlusszug in Leipzig hat nicht geklappt.

Unsere erste Etappe führt uns zunächst auf die Kunitzburg. Hier war ich schon einmal vor über 25 Jahren im Rahmen einer Klassenfahrt. Nur damals war ich noch wesentlich jünger und hatte nicht so schweres Gepäck auf den Schultern. Oben angekommen genießen wir noch kurz die Aussicht über Jena doch es wird langsam dunkel und so setzen wir die Stirnlampen auf und verlassen den Wald Richtung Golmsdorf, wo wir auf einer Wiese einen geeigneten Zeltplatz finden.

Am nächsten morgen geht es für uns über Golmsdorf und hoch zur „Hohen Lehde“. Das es am Vortag heftig geregnet hat merken wir an den schlammigen Waldwegen. Am Aussichtspunkt „Bonsig“ machen wir dann erstmal Frühstückspause und gönnen uns einen heißen Kaffee. Vorbei an der Zietschkuppe geht es dann durch Löberschütz und hier können wir auch wieder unsere Wasservorräte auf dem örtlichen Friedhof auffüllen. Das nächste Ziel ist der „Alte Gleisberg“, wo wir unsere Mittagsrast machen wollen. Der Aufstieg wird nach den ersten Kilometern recht herausfordernd, aber dafür werden wir oben angekommen mit einem grandiosen Fernblick belohnt. Zwischen die umliegenden Bäume spannen wir erstmal unsere Hängematten und Wäscheleinen, gönnen uns dann ein Bierchen und köcheln unser Mittagessen.

Der Abstieg vom Gleisberg führt uns nach Jenalöbnitz zur nächsten Etappe bis Wogau. Hier geht es immer wechselnd durch Täler und über Berge bis wir am Nachmittag den Fuchsturm erreichen. Das Gasthaus und der Biergarten sind gut besucht und so gesellen wir uns dazu und gönnen uns erstmal ein kühles Fuchsbräu. Beim Blick auf die Speisekarte werden wir schwach und schlagen kurzerhand zu: Lammbraten mit Speckbohnen und Klößen und Ochsenbäckchen mit Rotkraut und Klößen. Thüringer Küche ist einfach lecker 🙂

Bevor wir weiter wandern steigen wir natürlich noch die Treppen zum Fuchsturm auf und gönnen uns den Blick über die umliegenden Kernberge. Danach organisieren wir uns im Gasthaus noch zwei Wegebierchen und dann geht es runter nach Ziegenhain. In den Gassen und Höfen war dort heute Erntedankfest und auch hier hätten wir gemütliche Stunden verbringen können. Aber die Dämmerung kommt so langsam und wir wollen noch hinauf auf den Hummelsberg. Dort angekommen haben wir einen exklusiven Blick auf Jena bei Nacht und über das Ernst Abbe Stadion. Und bei entspannten Gesprächen und einem Feierabendbierchen lassen wir den Tag ausklingen.

Die Nacht war kühl und der Morgen begrüßt uns mit dickem Nebel. Die letzten Kilometer unserer Tour führen uns entlang der Hänge des Hummelberges über den Fürstenbrunnen und über die Lobdeburg. Zunächst machen wir jedoch auf einer Bank am Hummelsberg Frühstücksrast und könnten die Weitsicht über die Saale genießen, wenn es nicht so neblig wäre. Immerhin kommt so eine herbstliche Stimmung auf und auch die bunten Blätter und die mit Taureif behangenen Wiesen und Spinnennetze tragen dazu bei. Fast wäre noch ein kleines Drama passiert, als Erik ein Foto machen wollte und dabei sein Handy fallen lassen hat – ein paar Zentimeter weiter rechts und es wäre den Steilhang heruntergefallen.

Am Fürstenbrunnen gönnen wir uns eine willkommene Erfrischung und füllen unsere Wasserflaschen nochmal auf. Den letzten Anstieg bis zur Sommerlinde schaffen wir dann auch noch und gegen Mittag kommen wir dann bei der Lobdeburg an. Mittlerweile reist auch die Nebelwand auf und so haben wir zum Abschluss nochmal einen Blick über Jena. Nach einem kurzen Abstieg sind wir schon in Jena Lobeda, nehmen die nächste Straßenbahn zum Bahnhof Göschwitz und bestellen noch einen Kaffee sowie Pommes bevor es für uns wieder getrennte Wege nach Hause geht.