Wandertour: Fränkische Toskana – 13 Brauereien Weg // Strullendorf – Geisfeld – Tiefenellern- Schammelsdorf – Memmelsdorf – Hallstadt (01.05.2026-03.05.2026)

Im Bierland Bayern gibt es über 700 Brauereien und die höchste Dichte davon in Oberfranken im Umkreis von Bamberg. Für Wanderer gibt es hier einen offiziellen Brauereiweg, welcher auf ca. 35km 13 Brauereien verbindet. Für meinen Junggesellenabschied ist das die perfekte Gelegenheit und so starten wir bei bestem Wetter zum Freitagmittag den 1. Mai in Strullendorf südlich von Bamberg.

Weit müssen wir nicht gehen und bereits nach wenigen hundert Metern rasten wir im Gasthaus Lindenbräu ein und bestellen im Biergarten fränkisches Helles und Essen von der Tageskarte. Nach einer guten Stärkung verlassen wir dann Strullendorf in Richtung Amlingstadt und suchen dort den schattigen Freisitz der Almrauschhütte auf. Obwohl das kühle Kellerbier hervorragend schmeckt bleiben wir nur auf einer Runde und müssen dann weiter, da wir noch ein paar Kilometer auf unserer Tagesetappe offen haben.

Bereits kurz vor Geisfeld ist aber der Griess-Keller einfach zu einladend und wir können nicht widerstehen und gönnen uns die nächste Runde an diesem Nachmittag. Die Bänke sind auch hier stets gut gefüllt, die Stimmung ist ausgelassen und gerne wären wir länger geblieben. Doch für uns geht es dann noch bis zum frühen Abend weiter bis kurz hinter Melkendorf, wo wir auf einer Anhöhe unser Nachtlager aufschlagen.

Die Nacht war durchwachsen und unruhig. Ich wache mit einem dick geschwollenen Ellenbogen auf und bei Erik hat sich in der Nacht die Luftmatratze verabschiedet. Nach einem kurzen Frühstück starten wir dann leicht gerädert in den Tag. Durch einen kühlen schattigen Wald geht es zunächst nach Lohndorf wo wir kurz Rast machen, damit Erik das Loch in seiner Luftmatratze flicken kann. Die Suche ist jedoch vergebens, aber zum Glück haben wir noch Schaumstoffmatten dabei. Und so ziehen wir erstmal weiter nach Tiefenellern wo wir zum Frühshoppen im Brauereigasthof Hönig einrücken. Zu unserer Überraschung sind wir an diesem Morgen nicht die einzigen Gäste und an unserem Tisch gegenüber sitzt auch eine Gruppe, welche einen Junggesellenabschied feiert.

Gut gestärkt haben wir nun einige Höhenmeter vor uns und es geht hoch zum Gänsberg. Das Waldgebiet ist durchzogen von endlosen Bärlauchfeldern und wir stecken uns ein paar Blätter für die Abendküche in den Rucksack. Zur späten Mittagsstunde erreichen wir dann Schammelsdorf und kehren dort ins Brauereigasthaus Knoblach ein. Der Biergarten ist gut gefüllt, aber zum Glück müssen wir auf Gerstensaft und Mittagessen nicht lange warten.

Gesättigt und träge machen wir uns am Nachmittag weiter in Richtung Meedersdorf, aber schon im Waldgebiet Schandlohe nutzen wir eine schattige Lichtung für eine Ruherast. Wir haben ja keine Eile. In der Nachmittagssonne und auf dem heißen Radwegeasphalt fällt uns das Wandern schwer und so sind wir erleichtert als wir den schattigen Höhnskeller in Memmelsdorf erreichen. Immer wieder überrascht es uns wie freundlich die Menschen sind und mit welcher Leichtigkeit man ins Gespräch kommt. Und das gilt auch abseits der Biergärten.

Die Biergärten der Brauereigasthöfe „Drei Kronen“ und „Höhn“ wirken auf uns nicht besonders gemütlich und einladend und so geht es weiter bis kurz hinter Weichendorf, wo wir unser Zeltlager auf einer Waldlichtung aufschlagen und den Tag ausklingen lassen. Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Bärlauch, aber lange wird der Abend für mich nicht mehr, da mein Arm immernoch geschwollen ist. Am nächsten Morgen geht es dann die letzten Kilometer bis Hallstadt zum Bahnhof und wieder zurück nach Strullendorf mit der Bahn. Erik nimmt uns dann noch mit bis nach Hof und am Hauptbahnhof trinken wir zum Abschluss noch einen Kaffee ehe es für uns alle nach Hause geht.

Fazit: Der „13 Brauereien Weg“ ist auf jeden Fall eine gesellige und spaßige Angelegenheit und aus meiner Sicht eine volle Empfehlung. Nachteilig war aber der große Anteil an asphaltierten Wegen und Radrouten. Dafür wird man mit einer Brauereidichte und Biervielfalt belohnt, welche einmalig ist und wo vermutlich jeder auf seinen Geschmack kommt.