Global #87: Cambridge (Universität) // Fähre Dover – Calais // Museum Dünkirchen (Operation „Dynamo“)

Im Süden Englands führt mich meine Route durch die Universitätsstadt Cambridge. Nachdem ich über den Marktplatz und die historische Altstadt geradelt bin, besichtige ich noch die Cambridge Universität mit dem traditionsreichen „Kings College“. Wo schon früher der Adel studierte, paukt heute die Elite für das spätere Top-Management und auf den Straßen sieht man fein gekleidete junge Studenten aus aller Welt, die mit Retrodesign-Fahrrädern durch die Gassen bummeln und einmal mit viel Lebensweisheit die Geschicke in Politik und Wirtschaft lenken werden.

Lobenswert finde ich hingegen das ausgebaute Radwegenetz, welches sich über die ganze Stadt erstreckt, rege genutzt wird und somit auch zu weniger Autoverkehr führt.

Außerhalb solcher Vorzeigestädte ist die Infrastruktur, zumindestens im Osten Englands aber regelrecht in einem desolaten Zustand. Die Straßen sind mit Rissen und Flickenteppichen übersät, Radwege und Grünanlagen sind häufig mit Unkraut überwuchert und an den Hausfassaden und Mauern bröckelt der Putz. Spitz gesagt: es sieht vielerorts aus wie bei uns nach der Wende 🙂 Hat aber auch irgendwie Charme.
Die Themse überquere ich bei Tilbury und erspare mir einen Abstecher nach London, da ich den Verkehr wahrscheinlich nicht überlebt hätte. Stattdessen fahre ich nach Rochester und folge diversen Rad- und Wanderwegen hinunter zur Küste. Am frühen Morgen des 25. Juli 2018 erreiche ich die Stadt Dover und gelange nach einer kleinen Frühstückspause zum Fähr-Terminal, welches England (zusätzlich zum Eurotunnel) mit dem europäischen Festland verbindet. Bereits in den frühen Morgenstunden ist viel Betrieb, doch auf dem Fahrradstreifen gelange ich zügig zum Ticketschalter und erstehe für üppige 32,50 £ ein Ticket nach Calais. Obwohl die Fahrt über den Ärmelkanal nur knapp eine Stunde dauert, kommt man mit Einchecken und Verladen auf die dreifache Zeit.
Im Hafen von Calais angekommen werde ich vom Security Fahrzeug über das Hafenareal gelotst – spezieller Service für Radfahrer 😉

Anschließend geht es nach Dünkirchen wo ich mir das Museum zur Militär-Operation „Dynamo“ anschaue, welches die Evakuierung der Alliierten Streitkräfte vor der heranrückenden Deutschen Wehrmacht erläutert. Unter dem Beschuss, insbesondere durch die Deutsche Luftwaffe wurden Ende Mai / Anfang Juni 1940 insgesamt gut 340.000 britische und französische Soldaten mit Schiffen der Britischen Navy und der zivilen Schifffahrt gerettet.
Ein paar hundert Meter entfernt statte ich noch dem Kunstmuseum „LAAC“ (lieu d’art & action contemporaine) einen Besuch ab und vollende somit meinen historisch kulturellen Nachmittag.

Marktplatz in Cambridge und die Great St. Mary’s Kirche
Kings College (oben rechts) und das Umfeld in der Universitätsstadt Cambridge
Oben links: meine Kochkünste (bei weitem besser als die englische Küche ; ländliche Idylle in England
Schloss Rochester und Blick auf den Fluss Medway
Typisch englische Klischees: Rote Telefonzellen und Fish & Chips
Fahrt über den Ärmelkanal von Dover nach Calais
Museum Dünkirchen zur Operation Dynamo
Museum Dünkirchen
Kunstmuseum in Dünkirchen LAAC – sogar der gute alte Trabi hat es zu Ruhm und Ehre geschafft 🙂

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