Bereits 2023 sind wir mit unserer großen Tochter auf Radreise gegangen. Damals ging es knapp zwei Wochen entlang der Ostsee durch Süddänemark und aufgrund des wechselhaften Wetters war es schon mit einem Kind eine Herausforderung. Dieses Jahr starten wir mit Luise (3,5) und Frieda (1,5) auf in den Spreewald und in die Lausitz. Übrigens hatten wir schon Bedenken, dass wir unseren geplanten Radurlaub streichen müssen. Denn Luise hatte sich vor drei Wochen den rechten Unterarm gebrochen. Doch mittlerweile ist der Bruch schon wieder ganz gut verheilt und der Arm ausreichend belastbar.
Mit dem Auto fahren wir zunächst nach Vetschau (Spreewald) wo wir vorab einen Parkplatz herausgesucht haben. Angekommen machen wir zunächst eine kleine Pause und machen danach die Fahrräder für die Tour fertig. Währenddessen kümmert sich Julia um die Kinder und nach einer guten halben Stunde kann es schon losgehen.
Bisher konnten wir immer mit unseren normalen Bio-Bikes auf Tour gehen und selbst mit einem Kind in Dänemark hat dies noch gut funktioniert. Jetzt haben wir schon ein bisschen mehr Gepäck und die Kinder bringen ja auch noch ein paar Kilos auf die Waage, sodass wir dieses Jahr zum ersten Mal mit unseren E-Bikes starten. Und neben dem Kinder Fahrradanhänger haben wir auch noch einen Lastenanhänger dabei.




Teil 1: Spreewald – Burg (Spreewald) bis Lübbenau
Vom Parkplatz in Vetschau geht es nur einige Kilometer bis ins nahegelegene Örtchen Burg, wo wir auf dem Campingplatz „Spreewaldfließen“ drei Tage verweilen möchten. Dort angekommen richten wir uns erstmal auf der Zeltwiese direkt neben dem Leineweberfließ ein. Für die Kinder gibt es hier so einiges zu entdecken und ein besonderes Highlight sind wohl die zwei Galapagos Schildkröten neben dem Spielplatz. Eine Abkühlung in der Leineweber am Nachmittag darf natürlich auch nicht fehlen und unsere Kinder werden in diesem Urlaub zu richtigen Wasserratten.
In den nächsten Tagen nutzen wir die Zeit und besichtigen die Stadt Burg und Umgebung. Julia nutzt die Gelegenheit und macht mit Luise einen Kanutour auf den umliegenden Kanälen und mit Frieda suche ich den weitläufigen und schattigen Stadtpark auf. Im Norden von Burg entdecken wir zudem einen alten Bismarckturm und an einem anderen Tag radeln wir zu einem Streichelbauernhof und Biberhof.
Die ersten Tage unseres Radurlaubes gefallen den Kindern schon ganz gut und an Abwechslung mangelt es kaum. Dass wir immer drei Tage an einem Platz bleiben wollen und dann weiterreisen wird sich zudem noch als guter Rythmus erweisen. So haben wir immer genug Zeit zum Ankommen, können die Umgebung erkunden und bevor es langweilig wird radeln wir schon wieder weiter.









Von Burg (Spreewald) geht es für uns dann weiter nach Lübbenau. Dabei fahren wir tiefer in den Spreewald und folgen der Spree und deren Kanäle auf malerischen Radwegen. In Lübbenau angekommen besichtigen wir den großen Hafen und nutzen die Gelegenheit für eine ausgiebige Mittagsrast, eine anschließende Gurkenverkostung und zum Abschluss gibt es natürlich noch eine Kugel Eis im gegenüberliegenden Café.





Teil 2: Lausitz – Hindenberger See
Wir verlassen Lübbenau und radeln am Nachmittag weiter über ländliche Straßen zum Hindenberger See. Für die nächsten drei Tage richten wir uns dort auf dem Zeltplatz ein und suchen Abwechslung beim Baden am Sandstrand und den umliegenden Spielplätzen. Zum Einkaufen muss ich zwar bis nach Lübbenau radeln, aber immerhin kann dann Frieda gleich ihren Mittagsschlaf im Fahrradanhänger machen.
In den Abendstunden treffen sich auf dem Campingplatz immer alle Kinder auf dem großen Spielplatz und auch unsere Kids finden hier schnell Anschluss und neue Freundschaften. Gerne wären wir noch ein paar Tage länger geblieben, aber leider ist der Campingplatz restlos ausgebucht und wir haben bereits für den nächsten Zeltplatz eine Reservierung.







Teil 3: Lausitz – Geierswalder See
Unsere nächste Etappe führt uns vorbei am Stoßdorfer See quer durch die Lausitz in die Stadt Calau. Hier angekommen machen wir eine kleine Pause auf dem Marktplatz und gehen anschließend im Supermarkt einkaufen. Ein paar Dörfer weiter machen wir Mittagspause und finden einen Spielplatz mit Schutzhütte. Während wir essen wollen sich die Kinder natürlich erstmal bewegen und spielen. Vorbei am Kessel-Berg radeln wir durch Kiefernwälder und erreichen die Stadt Wormslage am späten Nachmittag. Hier haben wir eine Ferienwohnung gebucht, da abends schwere Gewitter gemeldet sind. Das Unwetter zieht zum Glück knapp an uns vorbei, aber über die Unterkunft freuen wir uns trotzdem. Nicht nur wegen dem Komfort und den Betten, sondern weil es hier auch Pferde, Ziegen und Schweine gibt. Unsere Gastgeberin Sandy nimmt sich sogar etwas Zeit, führt die Kinder herum und lässt die Ziegen streicheln.








Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von unserer Gastgeberin und starten gut ausgeschlafen in den Tag. Unsere Route führt uns vorbei am Ufer des Großräschener Sees und es ist beeindruckend wie sich diese ehemaligen Tagebaulandschaften in grüne Naturlandschaften entwickelt haben.
In Senftenberg machen wir eine Pause in der Altstadt, bummeln über den Wochenmarkt und erledigen sogleich ein paar Einkäufe. Anschließend geht es weiter zur Festung Senftenberg und in den Tierpark. Nach einem vollen Vormittag entspannen wir dann zur Mittagszeit am Senftenberger See und finden auch hier wieder einen tollen Spielplatz für die Kinder.
Bis zum Geierswalder See ist es nicht mehr weit und über gut ausgebaute Radwege kommen wir zum Koschener Kanal, welcher den Senftenberger mit dem Geierwaldener See verbindet. Wir radeln extra ein bisschen langsamer, schauen uns noch die neue Schleuse und den Schiffsverkehr an und nach kurzer Zeit sind dann auch endlich beide Kinder eingeschlafen. Als wir das Seecamp Geierswalde erreichen, gönnen wir uns erstmal eine kleine Auszeit an der Strandbar und bestellen Kaffee und Drinks. Die nächsten Tage bleiben wir hier auf dem Zeltplatz. Zunächst haben wir jedoch Bedenken, da es kaum Bäume und somit wenig Schatten gibt. Wir haben jedoch Glück und finden das einzige schattige Plätzchen unter einer schmalen Birke. Zudem wird es die nächsten Tage etwas kühler, sodass wir keine Hitze fürchten müssen.
Vom Geierswalder See können wir die nächsten Tag optimal unsere Umgebung erkunden und nutzen die Gelegenheit für eine Tour zum Senftenberger See und radeln zum Lausitzbad nach Hoyerswerda.
















Teil 4: Lausitz – Gräbendorfer See
Unsere letzte Etappe führt uns hoch zum Gräbendorfer See. Dafür folgen wir zunächst dem Nordufer des Geierwalder Sees und fahren entlang des Partwitzer Sees bis zur Ortschaft Lieske. Auf ruhigen Nebenstraßen radeln wir bis zur Bergbaustadt Welzow, wo wir kleinere Einkäufe erledigen und eine Mittagsrast beim örtlichen Fleischer einlegen. Die Gaststätten sind mittlerweile so teuer geworden, dass wir mit zwei Kindern bis zu 70 Euro bezahlen. Bei vielen Fleischern und kleineren Kantinen zahlen wir weit weniger als die Hälfte.
Kurz hinter Welzow liegt der Tagebau Welzow-Süd, welcher der letzte aktive Braunkohletagebau in Brandenburg ist. Doch auch dieser wird bereits 2030 eingestellt und soll dann aus dem Wasser der Spree geflutet werden. Am Nachmittag kommen wir am Südufer des Gräbendorfer Sees an und da die Kids noch schlafen, machen wir eine Kaffeepause in der Camping-Strandbar. Danach checken wir ein und schlagen unter Kieferbäumen unser Lager auf. Der Zeltplatz bietet viele Bäume und Sträucher und ist somit optimal vor Sonne und Wind geschützt. Zudem dürfen keine XXL Wohnmobile auf den Platz und klassische Parzellen gibt es auch nicht. Für Kinder gibt es natürlich auch wieder einen prima Spielplatz mit Klettergerüst und Rutsche und am See kann man Tretboote ausleihen oder entspannt baden gehen.
Wir nutzen die nächsten Tage noch für eine Ausfahrt nach Altdöbern, wo wir uns den Schlosspark anschauen und im Café „Schauwerk“ Torte schlemmern. Eine Umrundung des Gräbendorfer Sees darf natürlich auch nicht fehlen und dabei schauen wir uns auch die Windkraftanlage Laasow an, welche mit einer Nabenhöhe von 160m bis 2012 das höchste Windrad der Welt war. Die Leistung mit 2,5 Megawatt (2.500.000 Kwh) war damals bestimmt beeindruckend. Heutige Anlage in der Größe erreichen jedoch bereits 3-7 Megawatt Leistung. Da sieht man mal wieder wie schnell der Fortschritt ist und warum sich erneuerbare Energien immer mehr durchsetzen.
Obwohl die letzten Tage etwas kühl und nass waren haben wir durchgehalten und radeln am Freitag noch die letzten 10 Kilometer bis Vetschau wo unser Auto am Bahnhofsparkplatz steht. Die Kinder haben gut mitgemacht, hatten sichtlich ihren Spaß und Langeweile kam selten auf. Für uns war es auch eine schöne Zeit, aber natürlich ist so ein Radurlaub schon eine kleine organisatorische Herausforderung. Nichtsdestotrotz haben wir es nicht bereut und werden es sicherlich wieder tun 🙂











