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Global #25: Über Abarkuh bis nach Shiraz

Auf unserer weiteren Reise fahren wir zunächst gute 50 Kilometer parallel zu den imposanten Sanddünen südlich der Stadt Varzaneh. Dabei machen wir einen kleinen Abstecher und besichtigen abends einen östlich gelegenen Salzsee, ehe wir unmittelbar vor den Dünen zelten.

Am nächsten Morgen geht es dann weiter über die Stadt Khara bis Esfandaran. Hier starten wir den bisher spannendsten Anschnitt. Die nächsten 120 Kilometer radeln wir bis zur Stadt Abarkuh durch atemberaubende sowie Einsame Wüstenlandschaften. Entsprechend gut sind wir vorbereitet und haben je knapp 10 Liter Wasser und ausreichend Lebensmittel im Gepäck. Auf der abgelegenen Straße verkehren nur sehr wenige Fahrzeuge und so haben wir das Gefühl, dass die Straße uns ganz alleine gehört.

In Abarkuh angekommen besichtigen wir die gut erhaltene historische Altstadt mit dem Aghazadeh Anwesen sowie ein Eishaus aus Lehm,  welches früher für die ganzjährige Lagerung von Eis genutzt wurde. Auf unserer weiteren Reise bis Shiraz müssen wir leider wieder öfters auf größeren Straßen fahren. Aber auf den wenigen Nebenstraßen ist die Natur dafür umso schöner. In einem kleinen Tal entdecken wir sogar eine gewaltige Windrose, welche beeindruckend über ein Feld saust.

Salzsee südlich von Varzaneh 
Morgenröte in der Wüste 
Ortschaft Malvajerd
Abschnitt zwischen Esfandaran und Abarkuh 
Die Landschaft wirkt endlos 
Eishaus in Abarkuh 
Aghazadeh Anwesen in Abarkuh 
So eine gewaltige Windrose ist eher die Ausnahme 

Global #24: Wüste, Sand und Berge – von Teheran bis Varzaneh

Nach der erholsamen Pause in Teheran verlassen wir die Hauptstadt südwärts und radeln zunächst nach Qom. Die Straße ist stark befahren, sodass wir wieder ordentlich Abgase inhalieren. Da wir von Großstädten erstmal genug haben wollen wir uns statt der Millionenstadt Qom lieber Kashan im Süden anschauen. In der Mittagshitze nehmen wir uns reichlich Zeit und besuchen das Tabatabaei Haus, welches 1834 von einem wohlhabenden Teppichhändler erbaut wurde. Die 40 Räume, 4 Innenhöfe, Keller, Windtürme (historische Klimaanlage 😉 und eine unterirdische Kanalisation spiegeln die hohe iranische Baukunst der damaligen Zeit wider.

Auf unsere weiteren Reise geht es durch endlose Wüstenlandschaften und über abgelegene Gebirgszüge bis nach Varzaneh. Als besondere Sehenswürdigkeit hat der Ort einen imposanten Taubenschlag, welcher aufwendig aus unzähligen Lehmziegeln errichtet wurde und aufgrund der beeindruckenden Innenarchitektur einen Besuch wert ist. Am heutigen Abend fahren wir dann noch zu den nur 10km entfernten Sanddünen und erleben mit der untergehenden Sonne ein atemberaubendes Schauspiel in der Wüste.

Der Verkehr zwischen Teheran und Qom zermürbt uns regelrecht 
Straße Richtung Qom 
Historische Wandzeichnungen im Tabatabaei Haus in Kashan 
Aufwendige Spiegelverzierungen im Tabatabaei 
Innenhof des Tabatabaei
Einige Meter abseits der Straße zelten wir mitten im Sand
Der Weg wirkte äußerst abenteuerlich – wir bleiben aber stattdessen auf der Straße 
Abendlicher Zeltplatz mitten in der Wüste 
Immer wieder passieren wir Überreste aufgegebener Siedlungen 
Ein weiterer verlassener Lehmbau 
Vollverschleierung gegen die Hitze 
Alter Basar in Harand 
Taubenschlag in Varzaneh 
Die Mauern sind aus Lehm errichtet 
Innenarchitektur des Taubenschlags
Sanddünen südlich von Varzaneh 
Der Blick in die Wüste ist endlos 
Selbst das Panorama kann das Erlebnis nicht annähernd widergeben

Global #23: Sightseeing in Teheran

Mit gut 14 Millionen Einwohnern ist Teheran gemessen an der Bevölkerung etwa viermal so groß wie Berlin. Die Stadt platzt spürbar aus allen Nähten und auf den Straßen herrscht rund um die Uhr Chaos. Wenn man lediglich die Straßenseite wechseln möchte gleicht dies jedesmal einem kleinen Abenteuer und Ampeln sowie Zebrastreifen haben hier schlicht keine Gültigkeit.

Während Nico am Montag zur deutschen Botschaft geht, um seine Bundestagswahl zu tätigen muss ich leider passen. Zwar habe ich mir die Unterlagen nach Teheran senden lassen, jedoch die Eintragung ins Wahlverzeichnis für im Ausland lebende Deutsche versäumt. Dies wäre notwendig gewesen,  da ich gegenwärtig keinen Wohnsitz mehr in Deutschland habe.

Also gehe ich stattdessen den Golestanpalast besuchen, dem einstigen Regierungssitz der persischen Monarchen. Besonders beeindruckend sind die prunkvollen Räumlichkeiten wie z.B. der Talar-e Salam oder der Talar-e Aineh,  welche mit tausenden Spiegelfragmenten verziert sind. Leider ist es strikt untersagt zu Fotografieren oder Filmen und an jeder Ecke stehen Museumswärter, die penibel auf die Einhaltung achten. Ebenfalls sehenswert ist das Shams-ol-Emareh. Der Gebäudekomplex ist ein weiterer Bestandteil des Golestanpalastes und ist eine Mischung aus persischer und europäischer Architektur.

Zur Mittagsstunde schlendere ich noch eine kurze Runde durch den Großen Basar von Teheran. Die verwinkelten Gassen und Korridore haben eine Wegstrecke von gut 10km und schnell verliert man die Orientierung. Ein paar hundert Meter weiter besichtige anschließend die Imam Chomeini Moschee, ehe ich am frühen Nachmittag ins Hostel zurückkehre, um ein bisschen Entspannung zu finden.

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Teheran besuche ich gemeinsam mit Nico die ehemalige Botschaft der USA. Nachdem 1979 die Botschaft von iranischen Studenten gestürmt wurde und es zu einer 444 Tage langen Geiselnahme der Mitarbeiter kam, brachen die Vereinigten Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran ab. In dem heutigen Museum werden die Hintergründe der amerikanisch-iranischen Spannungen erklärt und im Wesentlichen ging es damals um Spionage-Aktivitäten und der Manipulation des iranischen Staatssystems.

Im wohlhabenden Norden Irans befindet sich die Tabiat Brücke, welche wir anschließend besichtigen. Das 270m lange Bauwerk wurde 2004 fertiggestellt und ist ausschließlich für Fußgänger zugänglich. Auf der Brücke hat man einen beeindruckenden Blick auf die Hauptstadt und das nördlich gelegene Elburs-Gebirge, während direkt unter einem der Taleghani Park und die Schnellstraße verlaufen.

Golestanpalast 
Shams-ol-Emareh 
Imam Chomeini Moschee 
Einkaufsstraße im Zentrum 

 

Mauer der ehemaligen US-Botschaft 
Satanistische Darstellung der amerikanischen Freiheitsstatue 
Und auch in der Botschaft werden die USA als Kriegstreiber und Imperialisten dargestellt 
Spionagetechnik der einstigen US Botschaft 
Gebäude der US Botschaft mit einer iranischen Kunstinterpretation des Dollars 
Iranische Interpretation der US Flagge 
Tabiat Brücke im Norden Teherans 
Auf der Brücke hat man eine beeindruckende Sicht auf Teheran 

Global #22: Endspurt nach Teheran

Auf unserer Reise zwischen den Städten Zanjan und Qazvin treffen wir am Vormittag auf den Iraner Hassan, welcher uns sportlich mit seinem Mountainbike überholt. Nach anfänglichem Smalltalk greift er spontan zum Telefon und ruft seinen deutschen Freund an. Keine 15 Minuten später überholt uns ein alter grauer Renault und der Fahrer stellt sich als Malek vor. Er spricht fließend deutsch und erzählt,  dass er Iraner ist und seit über 20 Jahren in Düsseldorf lebt. Obwohl wir wenig Zeit haben nehmen wir seine Einladung dankend an und trinken eine halbe Stunde später gemeinsam Tee in einem kleinen Lokal.

Am folgenden Morgen wollen wir weiter über Qazvin Richtung Teheran radeln. Nach dem Frühstück stellt Nico jedoch fest,  dass er seine Mütze irgendwo verloren hat. Wir fahren den Feldweg zum Zeltplatz noch mehrmals ab, können sie aber nicht mehr finden. Und ohne Sonnenschutz können wir die Fahrt unmöglich fortsetzen,  da bereits ab 10 Uhr morgens die Sonne brutal knallt. Also fahren wir erstmal ins 5km entfernte Qazvin und versuchen krampfhaft eine Mütze zu kaufen. Wir fragen uns bei unzähligen Iranern durch und finden nach gefühlt zwei Stunden endlich einen ganzen Straßenzug mit verschiedenartigsten Kopfbekleidungen.

Somit kann die Reise weiter gehen und über Nazarabad fahren wir noch bis kurz vor Karaj, wo wir abends einen Zeltplatz auf einer Obstplantage finden. Obwohl wir recht versteckt campen werden wir wieder von zwei Bauern entdeckt, wodurch wir auch an diesem Abend wieder Gesellschaft haben.

Heute quälten wir uns noch durch den dichten  Verkehr über Karaj bis ins Zentrum Teherans und verweilen die nächsten drei Tage in der Hauptstadt.

Malek (rechts) und Hassan (links)  laden uns zum Teetrinken ein
Plantage mit Pistazien nahe Qazvin 
Blechwerkstatt in Qazvin
Der Verkehr vor Teheran ist die Hölle 
Azadi Turm in Teheran 
Bazar in Teheran 
Blick von  unserem Hostel

Global #21: Irans Norden // Attacke vom Motorrad

Nach der Stadt Tabriz geht es für uns wieder stetig bergauf bis auf gut 2.000 Höhenmeter. Die offene Landschaft und die Hitze machen uns besonders in den Nachmittagstunden zu schaffen und so sind wir froh, dass wir die folgenden Tage öfters durch grüne Täler radeln. Bei jeder Gelegenheit legen wir kleinere Pausen ein und gönnen uns abwechselnd Wassermelonen, Honigmelonen und kühles alkoholfreies Radler.

Die Gastfreundschaft der Iraner erfahren wir täglich und bekommen regelmäßig Obst, Gemüse oder Süßigkeiten geschenkt. Bei solchen Gelegenheiten kommen wir schnell mit den Einheimischen ins Gespräch und erzählen ein wenig von unserer Reise.

Neben solchen erfreulichen Begegnungen haben wir auch ein paar Unannehmlichkeiten erleben müssen. So machten wir z.B. einige Kilometer vor der Stadt Tanjan in einem Restaurant Rast und  wurden dabei vom Inhaber in ein Gespräch verwickelt. Er erzählte uns, dass er aus Syrien geflüchtet ist und dort früher bei der Polizei arbeitete. Mitten beim Essen hat er uns dann mit einem fröhlichen Lächeln von seinen Kriegsverbrechen und Morden erzählt.

Am Nachmittag wird es immer heißer und zudem radeln wir auf einer offenen staubigen Straße. Während Nico hinter mir fährt werden wir von drei! Jugendlichen auf einem! Motorrad überholt. Auf einmal bekomme ich von einem der Jungs einen Stoß in die Seite und habe Mühe mein Fahrrad ohne Sturz zum Halten zu bringen. Sofort bin ich auf 180 Puls und schreie den lachenden Arschlöchern noch wütend hinterher. Zum Glück war ich recht langsam unterwegs und der Seitenstreifen ausreichend breit, sonst wäre ich garantiert gestürzt.

Am heutigen Tag haben wir eine längere Mittagspause in der Stadt Tanjan eingelegt und an unsere Mützen einen Nackenschutz gegen die Sonne genäht. Abends fanden wir dann einen schattigen Zeltplatz inmitten von Weinreben und Obstbäumen. Als die umliegenden Bauern auf uns aufmerksam wurden haben wir nochmals reichlich Weintrauben,  Tomaten, und Gurken als Gastgeschenk erhalten und wurden sogar von einem nach Hause eingeladen,  was wir aber aus zeitlichen Gründen höflich ablehnten.

Zeltplatz in einem ausgetrockneten Flussbett 
Die alte zerstörte Brücke ist ein toller Blickfang in diesem Tal
Noch 400km bis Teheran 
Saftige Wassermelonen verspeisen wir jeden Tag (ca. 50 Cent das Stück) 
Moscheen sind im Iran meist aufwendig verziert 
Solche Spendenboxen finden sich an jeder Straßenecke 
Der Iraner Hahmed gesellt sich abends spontan zu uns 

Global #20: Willkommen im Iran

Bevor wir unsere Reise durch den Iran starten können brauchen wir erstmal Geld. An den üblichen Geldautomaten können wir nicht mit Visa abheben, sodass wir in der nächsten Wechselstube erstmal Bargeld tauschen müssen. Danach geht es dann weiter durch die Grenzstadt Bazargan. Sofort fallen wir mit unseren schwer bepackten Fahrrädern auf und werden häufig gegrüßt und  angesprochen. Touristen sind auch hier eher selten, aber gern gesehene Gäste.

In der folgenden Stadt Maku suchen wir zunächst ein Restaurant und entscheiden uns dann für einen der vielen Grills, wo es Hackfleischspieße, Geflügel, gegrillte Tomaten und kühle Getränke gibt. Im Minimarkt nebenan entdecken wir anschließend sogar noch alkoholfreies Bier, welches im Iran überaus beliebt zu sein scheint. Am Abend versuchen wir dann versteckt auf einer Apfelplantage zu zelten, werden aber schnell von zwei Kindern entdeckt. Mit Gummibärchen gelingt es uns jedoch sie zu bestechen, sodass wir ungestört zelten dürfen.

Die nächsten zwei Tage machen wir trotz großer Hitze nochmal ordentlich Strecke und erreichen am Nachmittag des 27. August die Stadt Tabriz, wo wir ein Hotelzimmer buchen und erstmal abschalten.

Blick auf die Stadt Bazargan 
Hauptverkehrsstraße von Maku 
Die iranischen Kinder sind an unserer Ausrüstung sehr interessiert 
Pause am Straßenrand bei sengender Hitze 
Shisha rauchen ist auch im Iran beliebt 
Die Welt ist greifbar nah
Iranisches Essen sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt auch prima 
Auf den Straßen sind solche Oldtimer Lkw’s keine Ausnahme 
Einkaufszentrum in der Stadt Tabriz 

Global #19: Ostanatolien und Ankunft an der iranischen Grenze

Nach fünf Wochen alleiniger Fahrt durch Europa und die Türkei setze ich Ende August meine Reise mit Nico fort. Am Morgen des 22. August verlassen wir die Stadt Erzurum und folgen der Route über Pasinler und Agri. Da im Osten der Türkei überwiegend Kurden leben ist hier auch die polizeiliche Präsenz sehr ausgeprägt. In jeder Stadt gibt es Kontrollpunkte und die Einsatzfahrzeuge sind wegen möglicher Anschläge schwer gepanzert. Das Szenario gleicht einem Krisengebiet von dem wir persönlich aber zum Glück nichts mitbekommen.

Stattdessen werden wir auf unseren letzten 300km bis zur Grenze noch mehrmals freundlich zum Essen und Tee eingeladen und in den Städten ergibt sich jedesmal ein oder mehrere Gespräche mit den Menschen. Da Touristen hier eher selten sind,  sind vor allem die Kinder manchmal etwas sehr neugierig und aufdringlich,  sodass wir mehrmals regelrecht die Flucht ergreifen müssen 🙂

Ein besonderer Höhepunkt ist der Berg Ararat, welcher mit 5.137m die höchste Erhebung der Türkei ist. Der Vulkan ragt imposant aus der Landschaft und beeindruckt mit seiner Gletscherspitze. Da rund um den Ararat eine Sperrzone eingerichtet ist, campen wir abends in großzügigen Abstand ein paar Kilometer südlich.

Am nächsten Morgen geht es dann die letzten 30km bis zur iranischen Grenze. Der türkische Checkpoint für Fußgänger ist für uns nicht ganz leicht zu finden, da dieser sich in einer unscheinbaren Halle versteckt. Und auch die iranischen Grenzbeamten sind mit uns Radreisenden ein wenig überfordert. Letztendlich hat sich aber alles schnell geklärt und noch vor der Mittagsstunde haben wir die Einreise geschafft.

Stadtzentrum von Panisler
Getrockneter Viehdung wird zum Heizen und Kochen verwendet 
Tal in Ostanatolien 
Der Berg Ararat im Hintergrund 
Selbstporträt in der Mittagssonne 
Einladung zu Börek und Tee am Straßenrand 
Lkw-Schlange vor der türkisch-iranischen Grenze 

Global #18: Der Alltag in Erzurum und Wiedertreffen mit Nico

Im Vorfeld habe ich viel negatives über Erzurum gelesen. Die grundlegende Tenor war stets gleich – die Stadt hat nicht viel zu bieten und es gibt nur wenige Sehenswürdigkeiten.

Dem muss ich widersprechen. Abseits des Massentourismus, wie sonst in Istanbul, Izmir oder Antalya, hat man hier die Möglichkeit den unverfälschten türkischen Alltag zu erleben. In den verwinkelten unzähligen Straßen und Gassen kann man stundenlang bummeln und erlebt zu jeder Tageszeit etwas Neues. Während am Vormittag noch alles leer und verlassen wirkt erwacht die Stadt mittags langsam und wird mit jeder Stunde lebhafter. An jeder Ecke tummeln sich Händler und Straßenverkäufer und die Teestuben entwickeln sich schnell zum beliebten Treffpunkt für jung und alt. Besonders beliebt sind auch Brettspiele jeder Art und so wird jede freie Minute genutzt um mit Freunden eine Runde zu spielen.

Fußball ist übrigens auch in der Türkei Volkssport Nummer eins und in Bars oder beim Kebap werden nicht nur die türkischen Spiele, sondern auch deutsche Turniere im TV verfolgt. In den Nebenstraßen erfreuen sich auch die Kinder am Fußballspiel und so verwandelt sich die Straße kurzerhand in ein emotionsgeladenes Fußballfeld.

Am späten Nachmittag des 20. August ist Nico wie geplant in Erzurum angekommen und nach einem weiteren Ruhetag werden wir unsere Radreise endlich wieder gemeinsam fortsetzen. Bis zur iranischen Grenze sind es nur noch gut 300km, sodass wir die Türkei bald verlassen werden.

Pferdegespanne sind im Stadtzentrum eher die Ausnahme 
In den ruhigen Nebenstraßen trifft man sich abends zum Tee
Die ursprüngliche Altstadt wurde 1939 durch ein schweres Erdbeben zerstört, sodass historische Häuser schwer zu finden sind 
Das Zentrum der Stadt 
Vor der Yakutiye Medresesi 
In den Abendstunden besuchen Nico und ich die Burg 
Einkaufsstraße in der Innenstadt 
Das Angebot ist wie hier überaus verlockend 

Global #17: Kultur und Stadtbesichtigung in Erzurum

Erzurum hat zwar keine herausragenden Sehenswürdigkeiten zu bieten, ist aber dennoch einen Besuch wert. Am Sonntagmorgen schlendere ich nach den Frühstück zunächst durch die Nebenstraßen und besuche anschließend die 1310 n. Chr. errichtete Yakutiye Medresesi. Kurz erklärt ist eine Medresesi eine Mischung aus Universität und Moschee und diente früher in den Städten als kulturelles und religiöses Zentrum.

Im Anschluss besuche ich die gegenüberliegende Lalapasa Camii Moschee und folge dann der Cumhuriyet Cadessi Straße vorbei an der Stadtburg zur Cifte Minareli Medrese und den dahinterliegenden Gräbern. Direkt neben den Grabstätten werde ich auf ein historisches Haus aufmerksam, welches den ursprünglichen osmanischen Baustil verkörpert und heute eine Dauerausstellung bezüglich der damaligen häuslichen Lebensumstände enthält.

Yakutiye Medresesi 
Gewölbe der Yakutiye Medresesi 
Lalapasa Camii Moschee 
Die Decken der Lalapasa Camii Moschee sind reichlich verziert 
Burganlage der Stadt Erzurum 
Cifte Minareli Medrese mit den markanten Zwillings-Minaretten 
Die historischen Grabstätten 
Das Haus spiegelt den ursprünglichen osmanischen Baustil wider
Die Inneneinrichtung vermittelt eine gute Vorstellung der damaligen Lebensverhältnisse 
Leider nur noch zur Dekoration 😉

Global #16: Outtakes – Kuriositäten und Fehltritte in der Türkei

Ich bin nun seit über drei Wochen in der Türkei und habe einige Kuriositäten gesehen,  welche mich zwangsläufig zum Schmunzeln brachten. Darüber hinaus wurde ich aber auch noch Opfer einer miesen Touristen-Abzocke in Istanbul. Nachfolgend ein paar Ausschnitte fernab der üblichen Berichtserstattung 🙂

1) Motorfahrzeuge der Marke Eigenbau finden sich vielerorts. Meist hört man sie schon aus 3 Kilometern Entfernung. 
2) In Istanbul wurde ich abends von einem Passanten in eine Bar gelockt und musste unter erpresserischen Druck 300Tl (75€) für ein Bier, einen Drink und ein paar vertrocknete Erdnüsse bezahlen. Am folgenden Morgen wurde ich im Hostel auf diese Info aufmerksam… 
3) Auch die Istanbuler Polizei ist elektrisch unterwegs.
4) Im Istanbuler Stadtteil Galata gibt es auffällig viele Katzen,  welche von den Straßenhändlern durchgefüttert werden und natürlich auch die Touristen erfreuen. Hier der Kater aus meinem Hostel.
5) Moscheen gibt es in jedem noch so kleinen Dorf. Aber eine Moschee mit Supermarkt ist selbst in der Türkei kurios. 
6) Auf einer der vielen Baustellen wurde ich auf diesen unermüdlichen Arbeiter aufmerksam,  welcher pausenlos den Verkehr regelte. 
7) Aus der Ferne sieht die Attrappe täuschend echt aus. Ich wurde bisher nur einmal von der Polizei kontrolliert und war überrascht von der lockeren freundlichen Stimmung der Beamten. 
8) Auf Rastplätzen finden sich oft solche Container. Es handelt sich hierbei um Gebetsräume für Muslime. 
9) Seit Anfang 2017 ist Wikipedia in der Türkei gesperrt. Wer dennoch die Seite aufrufen möchte, bekommt diese Mitteilung angezeigt.